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Bild: Gebäude der Stadtwerke Oerlinghausen

Höhere Preise, aber mehr Zukunftssicherheit

Die Preise für Strom, Wärme und Wasser werden zum 1. Januar 2020 steigen. Zum Teil fließen die höheren Kosten durch Investitionen in die Versorgungsnetze an die Bürgerinnen und Bürger in Oerlinghausen zurück. Peter Synowski und Hans-Jürgen Paul, Geschäftsführer und kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Oerlinghausen, erläutern im Interview die Hintergründe.   

Welche Gründe gibt es für den steigenden Strompreis zum Jahresbeginn? 
Peter Synowski: Als Stadtwerk sind wir wie unsere Mitbewerber den rechtlichen Vorgaben unterworfen. Die EEG-Umlage, über die bundesweit der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, steigt im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich an. Auch die Netzentgelte legen zu. Beide Preiskomponenten machen jeweils rund ein Viertel des Strompreises aus – zusammengenommen also die Hälfte. Und wir haben deutlich höhere Strombezugskosten. All das spiegelt sich in dem höheren Strompreis wider.  
Hans-Jürgen Paul: Die höheren Netzentgelte geben uns den finanziellen Handlungsspielraum, in die notwendige Stabilität unserer Stromnetze zu investieren. Diese Investitionen werden über das kommende Jahr hinausgehen, sodass auch in den Folgejahren mit einem Anstieg der Netzentgelte zu rechnen ist. Diese Kosten kommen den Bürgerinnen und Bürgern durch die verbesserte Versorgungsinfrastruktur allerdings wieder direkt zugute und steigern auch den Wert unseres Unternehmens. Das ist wichtig, denn als 100 Prozent städtisches Unternehmen gehören wir letztendlich den Bürgerinnen und Bürgern Oerlinghausens.  

Ein weiterer Schwerpunkt in der Strategie der Stadtwerke Oerlinghausen ist der Ausbau der eigenen Erzeugungskapazität. Welche Maßnahmen stehen hier an? 
Peter Synowski: Vor dem Hintergrund der Energiewende arbeiten wir stetig an unserem Strommix. Wir möchten ihn verbessern und unsere Stromeigenerzeugung stärken. So haben wir in diesem Jahr drei neue Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen. Im Jahr 2020 folgen noch zwei weitere Anlagen.  
Hans-Jürgen Paul: Für die neuen Blockheizkraftwerke erwarten wir eine erhebliche Förderung durch staatliche Umlagen. So werden sie einen wesentlichen Teil ihrer Finanzierungskosten selbst erwirtschaften. 

Welche Eigenerzeugungsquote erreichen Sie durch die neuen Anlagen? 
Peter Synowski: Im Jahr 2020 können wir etwa ein Drittel des gesamten Stroms, der in Oerlinghausen benötigt wird, durch die neuen Aggregate selbst produzieren. Die Anlagen arbeiten hocheffizient und direkt vor Ort. Ökologisch sinnvoll und lokal produzierter Strom für die lokalen Nutzer – diese Logik finden wir besser, als uns über Zertifikate lediglich einen grünen Anstrich zu geben. Dafür investieren wir etwa fünf Millionen Euro in die neuen Erzeugungsanlagen. 

Welche weiteren Investitionen sind auf mittlere Sicht vorgesehen? 
Peter Synowski: Wir werden bis 2022 rund 15 Millionen Euro investieren und unsere Investitionsaktivitäten in den Folgejahren bis 2029 auf einem etwas niedrigeren Niveau fortsetzen. Die Investitionen in die Strom- und Wärmeerzeugung werden bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Dann werden wir uns auf den Ausbau der Wärmenetze und der Wassernetze konzentrieren, aber auch auf die Erneuerung unserer Wassergewinnungsanlagen und unserer sonstigen Anlagen. 
Hans-Jürgen Paul: Die im Unternehmen Verantwortlichen sind aber auch verpflichtet, mit dem Vertrauensvorschuss des Aufsichtsrates, der zu diesen weitreichenden Maßnahmen grundsätzlich grünes Licht gegeben hat, verantwortungsbewusst umzugehen. 

Wieso sollten sich die Oerlinghauser bewusst für die Stadtwerke als Energieversorger entscheiden? 
Peter Synowski: Wir sind das Versorgungsunternehmen vor Ort und legen großen Wert auf die lokale Erzeugung von Strom und Wärme. Diese Entwicklung soll sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen und ausgebaut werden. Unsere Investitionen sind Investitionen für Oerlinghausen und für die Daseinsvorsorge vor Ort. Wir verstehen uns als Teil von Oerlinghausen und versuchen immer im Sinne der hier lebenden Menschen zu arbeiten. Ich denke, das sind eine ganze Reihe guter Argumente. 
Hans-Jürgen Paul: Wir sind froh, dass wir in Oerlinghausen nach wie vor eine hohe Akzeptanz besitzen. Wir wissen: Unsere Kunden schätzen es, dass ihre Anliegen vor Ort von unseren kompetenten Fachleuten unbürokratisch und schnell geregelt werden. Da bei uns alle Ver- und Entsorgungsthemen in einer Hand liegen, können wir gesamtheitliche Lösungen anbieten. Und schließlich sind die Stadtwerke mehr als ein „reiner“ Energieversorger, da wir das Hallen- und das Freibad betreiben und uns um ein attraktives ÖPNV-Angebot in Oerlinghausen kümmern. 

Für das kommende Jahr werden Sie ein neues Produkt unter der Marke Bergstadtstrom einführen. Was ist das Besondere daran? 
Peter Synowski: Es wird ein Stromtarif sein, in den weder Atom- noch Kohlestrom mit einfließen. Die Kunden, die dieses Produkt wählen, erhalten zum großen Teil den Strom, den wir selbst mit unseren Anlagen vor Ort produzieren. Die restliche Strommenge decken wir nachhaltig über norwegische Wasserkraftzertifikate ab. Hier sehen Sie, worauf wir besonderen Wert legen: Zuerst die lokale Erzeugung vor Ort, dann die Nutzung von Zertifikaten. So kommen wir zu mehr Nachhaltigkeit.  
Hans-Jürgen Paul: Unsere Bergstadtprodukte haben bei unseren Kunden großen Anklang gefunden, und wir hoffen, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Der Einstieg ist noch bis zum 31.12.2019 möglich.

Bergstadtstrom ohne Atom

Ein neues Bergstadtstromprodukt, das es in sich hat – das heißt: eben nicht! Denn ab 01.01.2020 bieten die Stadtwerke Oerlinghausen Ihnen die Möglichkeit, bei Ihrer Stromversorgung vollständig auf Atomkraft und Kohlestrom zu verzichten. Der neue Bergstadtstrom mit einer Laufzeit von einem Jahr kostet 31,19 Cent/Kilowattstunde bei einem Grundpreis von 8,39 Euro/Monat (brutto). Der Strom stammt zum großen Teil aus der lokalen Erzeugung mithilfe der eigenen Blockheizkraftwerke. Für den Rest haben die Stadtwerke Oerlinghausen sich norwegische Wasserkraftzertifikate beschafft. So ist es für Sie als Kunde einfach, auf mehr Nachhaltigkeit beim Strombezug zu setzen. 

Weitere Informationen zum Bergstadtstrom

Dort finden Sie auch alle ab 1. Januar 2020 gültigen Preise für Energie und Wasser. Über alle Preisänderungen wurden unsere Stromkunden bereits schriftlich informiert, alle neue Preise erscheinen in den öffentlichen Bekanntmachungen.

Übersicht für alle Bergstadtstromkunden

(ab 01. Januar 2020)

Aus diesen Quellen stammt bilanziell der Oerlinghauser Bergstadtstrom

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