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Bild: Gebäude der Stadtwerke Oerlinghausen

„Man merkt, dass wir in einem Notbetrieb sind“

So manchem, der heute mit seinen Kindern die Oerlinghauser Bäder besucht, hat er das Schwimmen beigebracht: Dirk Seifert. Der leitende Schwimmmeister der Stadtwerke erlebte mit seinen Gästen im Schatten der Corona-Pandemie eine Freibadsaison der besonderen Art.

Kleine Kinder in den Planschbecken, Jugendliche auf der Wasserrutsche, gut gefüllte Liegewiesen – all das gab es in diesem Jahr wegen Corona im Freibad Oerlinghausen nicht. „Eine Zeit lang war nicht klar, ob wir das Freibad überhaupt öffnen dürfen“, erklärt Schwimmmeister Dirk Seifert. Doch dann ging es am 13. Juni schließlich los. „Hier muss man den Entscheidern wirklich ein Kompliment machen, den Bürgern dieses Angebot zu ermöglichen“, findet Dirk Seifert. „Denn dass die Saison wirtschaftlich schlecht laufen wird, war von vornherein klar.“ 

Tatsächlich lag die Besucherzahl in dieser Saison bei unter 15.000 Gästen, während die Kosten für Personal, Wasseraufbereitung und Beckenheizung gleich geblieben, für Hygienemaßnahmen sogar gestiegen sind. Zum Vergleich: Ein schlechter Sommer verbucht bereits rund 40.000, ein guter gar über 60.000 Gäste. 

Strenge Regeln, kürzere Öffnungszeiten

Der Grund für die schlechten Zahlen lag im notwendigen Pandemieschutz. So sah das mit dem Gesundheitsamt abgestimmte Hygienekonzept eine maximale Besucherzahl von 350 Personen vor, die gleichzeitig im Bad sein durften. Dreimal pro Tag wurden Besucher für zwei Stunden ins Freibad eingelassen. 

Dazwischen räumten die Beschäftigten das Bad komplett, um Wärmehalle, Umkleidebereiche und Toiletten zu desinfizieren. So waren am 31. Juli – einem der wärmsten Tage des Monats – 415 Personen im Freibad. „Normalerweise sind es über 2.000“, so Dirk Seifert. Insbesondere, dass Sprungturm, Rutsche und Planschbecken gesperrt waren, hielte gerade Jugendliche vom Freibadbesuch ab. Dirk Seifert erzählt: „Vor allem bei Temperaturen ab 30 Grad hat man gemerkt, dass aufgrund der Corona-Bedingungen weniger Personen kommen. 

Das Schwimmerbecken war zwar immer ganz gut besucht, aber das gesamte Drumherum auf den Liegewiesen fehlte. Alles war in dieser Saison anders als in normalen Jahren.“ 

Viel Verständnis von den Gästen

Trotz der Beschränkungen: Bei den Badegästen kam das Angebot gut an. „Es überwog die Dankbarkeit, dass wir überhaupt geöffnet hatten“, erzählt Dirk Seifert. Das zeigte sich auch im guten Absatz der günstigen Ferientickets, die die Stadtwerke in dieser Saison anstelle der üblichen Dauerkarten ausgegeben hatten. Bei der Einhaltung der Hygieneregeln waren die Gäste sehr diszipliniert. „Wir mussten als Personal kaum eingreifen“, freut sich der Schwimmmeister. 

Hallenbad geöffnet

Seit dem 7. September hat das Hallenbad wieder geöffnet. „Wir haben ebenfalls ein Hygienekonzept erstellt und es mit dem Gesundheitsamt abgestimmt“, erzählt Dirk Seifert. Es beinhaltet ähnliche Maßnahmen wie im Freibad: Begrenzung der Besucherzahl, Reduzierung von Duschen und Schränken sowie verstärkte Desinfektion. 

Weitere Informationen zu den Infektionsschutzregeln

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