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Bild: Gebäude der Stadtwerke Oerlinghausen

Am Puls der Zeit

Versorgung sichern, CO2 einsparen, Technik modernisieren: Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Synowski berichtet über die Projekte der Stadtwerke Oerlinghausen.  

Peter Synowski, Geschäftsführer der Stadtwerke Oerlinghausen, hat die Voraussetzungen für eine klimaneutrale Energieversorgung im Blick

Was sind die Zielwerte der Stadtwerke Oerlinghausen?

Als regional verankertes Stadtwerk garantieren wir den Oerlinghausern seit Jahrzehnten Versorgungssicherheit – das war und bleibt unser wichtigstes Ziel. Um die Netzausfallzeiten zu minimieren und die Netzsicherheit zu maximieren, sanieren wir laufend unsere Leitungsnetze für Wärme und Wasser. Wir modernisieren das Stromnetz und passen es neuen Anforderungen an.

Heute noch Baustelle, in ein paar Monaten startklar: Das neue Umspannwerk soll im Frühjahr in Betrieb gehen 

Welche Themen haben Sie 2021 beschäftigt?

Aktuelle Themen sind zum Beispiel das dezentrale Einspeisen von Energie, der Einbau von Smart Metern und der voranschreitende Netzausbau. Die Wirtschaftlichkeit vorausgesetzt, wollen wir unsere Eigenerzeugungsanlagen nach und nach auf CO2-freie Brennstoffe umstellen. Um die Rentabilität der Stadtwerke abzusichern, bauen wir zudem unsere Eigenversorgung konsequent aus. Indem wir die Effizienz unserer eigenen Erzeugungsanlagen steigern, machen wir uns unabhängiger von externen Einkaufs- und Erzeugungsstrukturen.

Nachhaltige Stromerzeugung: die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mensa der Heinz- Sielmann-Schule 

Wie engagieren sich die Stadtwerke für den Klimaschutz?

Bereits im Jahr 2013 haben wir das „Energiekonzept 2020“ beschlossen. Seitdem realisieren wir auf Grundlage der Zielvereinbarung Projekte, um die CO2-Emissionen in Oerlinghausen deutlich zu senken – wie zum Beispiel die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Heinz-Sielmann-Schule. Durch diese und viele weitere Maßnahmen haben wir insgesamt bereits rund 25.000 Tonnen CO2 eingespart. Zudem nehmen wir an verschiedenen Initiativen im Bereich Klimaschutz teil.

Unsere Elektromeister Jan Horenburg (r.) und Thomas Kächele am Wechselrichter der PV-Anlage

Woraus setzt sich die Energieerzeugung in Oerlinghausen zusammen?

Unser Gasturbinen-Heizkraftwerk sowie unsere 11 dezentralen Blockheizkraftwerke erzeugen mit ihrer hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung circa 23 Mio. Kilowattstunden Strom und unser Holzheizkraftwerk rund 4,3 Mio. Kilowattstunden. Zudem speisen wir rund 5 Mio. Kilowattstunden Strom aus Photovoltaikanlagen ins Netz ein. Damit versorgen wir in Oerlinghausen bilanziell 100 Prozent der Haushaltskunden mit Strom dieser Herkunft und haben eine Eigenerzeugungsquote von mehr als 50 Prozent. Gut zu wissen: Unser Bergstadtstrom besteht aus 100 Prozent Ökostrom und ist komplett CO2-frei.

Woraus setzt sich die Wärmeerzeugung in Oerlinghausen zusammen?

Wir erzeugen 99 Prozent unserer Wärme mit Kraft-Wärme- Kopplung und regenerativer Energie: 61 Prozent unserer Wärme stammt aus den nachhaltigen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen unserer Blockheizkraftwerke. 38 Prozent erzeugen wir aus der Biomasse unseres Holzheizkraftwerks.

Und wofür nutzen die Oerlinghauser die Energie?

Der Gesamtenergieverbrauch von Oerlinghausen setzt sich etwa wie folgt zusammen: 49 Prozent Wärme, 15 Prozent Strom, 36 Prozent Treibstoffe.

Ein Blick in die Zukunft: Was ist geplant?

Wir haben unlängst vom Aufsichtsrat der Stadtwerke Oerlinghausen den Prüfauftrag erhalten, eine Entscheidungsgrundlage für die Wärmeversorgung in ganz Oerlinghausen auf Basis der heutigen Versorgung und der Anforderungen der kommenden Jahre zu erstellen. Unser Ziel: Die Energiegewinnung und den Vertrieb bis 2035 auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen.

Immer im Fluss

Stillstand kennen wir nicht: Unsere Technik und Anlagen instand zu halten und weiterzuentwickeln, ist für uns, die Stadtwerke Oerlinghausen selbstverständlich.

„Im Herbst 2020 haben wir begonnen, ein neues Umspannwerk am Holzheizkraftwerk zu bauen. Alles läuft nach Plan. Im Frühjahr 2022 werden wir es in Betrieb nehmen“, sagt Michael Benneker, Technischer Leiter der Stadtwerke Oerlinghausen. Mit dem neuen Umspannwerk managen die Stadtwerke die neuen Lastverhältnisse – die flexible Abnahme und Einspeisung von Strom. Leistungsstarke Industriekunden, die Ausbreitung der E-Mobilität sowie neue Versorgungstechnik im Gebäudebereich, zum Beispiel mit Strom betriebene Wärmepumpen, erhöhen die Stromabnahme. Die Energie dafür entsteht zunehmend dezentral, über die BHKWs und die Gasturbine der Stadtwerke. Auch einzelne Kunden speisen die Energie ihrer Photovoltaikanlagen in unser Netz ein.

Indem wir die Fernwärmenetze entkoppeln und die Gebiete einzeln ansteuern, minimieren wir die Wärmeverluste und sparen Energie.
Michael Benneker

Und auch den nationalen Energiemarkt haben die Stadtwerke im Blick: „Indem wir die Strom-Erzeugungskapazitäten unserer Gasturbine am Regelenergiemarkt zur Verfügung stellen, tragen wir zur Stabilisierung des deutschen Stromnetzes bei – und das minutengenau“, so Michael Benneker.

Infrastruktur für E-Mobilität

Die Ladeinfrastruktur für E-Autos bauen die Stadtwerke bereits seit Jahren kontinuierlich aus. „Diesen Winter installieren wir eine neue Ladesäule am Flugplatz. Im Frühjahr folgt eine Schnellladestation auf dem Stadtwerke-Gelände“, berichtet Michael Benneker.

Netzentkopplung spart Energie

Ein weiteres Projekt, welches die Stadtwerke dieses Jahr abschließen, ist die Entkoppelung der Fernwärmenetze der Süd- und der Altstadt. „Die Altstadt liegt höher und weiter entfernt, deshalb müssen wir die Fernwärme dort mit einer höheren Temperatur einspeisen als in der Südstadt“, erklärt Michael Benneker. „Indem wir die Fernwärmenetze entkoppeln und die Gebiete einzeln ansteuern, minimieren wir die Wärmeverluste und sparen Energie.“ Gut zu wissen: Aufgrund des hohen Anteils an erneuerbaren Energien im Fernwärmenetz der Süd- und Altstadt können Sie sich in diesem Bereich die Kosten für den Netzanschluss- und die Anlagentechnik fördern lassen. Der Bund erstattet Ihnen über die Bundesförderungen für effiziente Gebäude (BEG) bis zu 45 Prozent der Kosten. Wir beraten Sie gerne!

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