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Energienews

3. November

KfW stellt Förderung für Ladestationen an Wohngebäuden ein

Die KfW zahlt ab sofort keine Prämien mehr für Elektroautofahrer, die eine Wallbox am eigenen Gebäude installieren wollen.

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Wer bereits einen Antrag auf die Förderprämie in Höhe von 900 Euro gestellt hat und alle Fördervoraussetzungen erfüllt, bekomme schon bald eine Antragsbestätigung, der Zuschuss sei reserviert, heißt es von der KfW. Wer die Antragsbestätigung schon erhalten habe, könne ebenfalls mit der Prämie rechnen, man zahle diese aus, sobald der Antragsteller den Einbau der Ladestation entsprechend den Fördervoraussetzungen nachweise. 

900 Euro pro Ladepunkt 
Mit pauschal 900 Euro pro Ladepunkt unterstützte die Kfw die Infrastruktur für private Nutzer. In die Förderung fielen der Kauf und die Installation von Wallboxen für E-Autos an Stellplätzen und in Garagen, die zu Wohngebäuden gehören und nur privat zugänglich sind. Konkret umfasste die Förderung den Kaufpreis einer neuen, intelligenten 11 kW-Ladestation, die Kosten für Einbau und Anschluss der Wallbox inklusive aller Installationsarbeiten und die Kosten eines Energiemanagement-Systems zur Steuerung der Ladestation. Wichtige weitere Bedingung war, dass nur Ökostrom geladen wird. 

800 Millionen für die E-Mobilität 
Der Zuschuss wurde finanziert aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Über 800.000 Anträge seien eingegangen, so das Ministerium. Ob es eine weitere Förderrunde gibt, entscheidet die nächste Bundesregierung. Startschuss für die Förderung war im November 2020 gestartet, danach wurde sie wegen der großen Nachfrage zweimal auf insgesamt rund 800 Millionen Euro aufgestockt.


27. September

Das Haus klimaneutral versorgen

Deutschland will bis spätestens 2045 klimaneutral sein. Wie das schon heute machbar ist, erklärt Zukunft Altbau.

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Bis spätestens 2045 will Deutschland klimaneutral sein. So lange müssen und sollten Hauseigentümer:innen aber nicht auf die Umrüstung ihres Hauses warten. Um schon heute klimafreundlich zu heizen und Strom zu erzeugen, gebe es eine Vielzahl von Möglichkeiten, so das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau. 

Solarstrom verkleinert klimaschädliche Emissionen 
Bei der Stromversorgung liegt eine gewinnbringende Lösung bereits heute auf immer mehr Dächern: Photovoltaikmodule seien der einzige Bestandteil des Hauses, der mehr einbringe, als er koste. Rund fünf Prozent Rendite pro Jahr seien für mittlere Hausdachanlagen drin – mehr als bei den meisten sonstigen Geldanlagen, so Zukunft Altbau. Den selbst erzeugten Strom kann man entweder lukrativ selbst verbrauchen oder gegen eine Vergütung in das Netz einspeisen. 

Moderner Heizen mit Wärmedämmung 
Bei der Wärmeversorgung sollten EigentümerInnen mit einer Dämmung und einem hydraulischen Abgleich der Heizung ihre Häuser gezielt auf die Nutzung erneuerbarer Energien vorbereiten, so Zukunft Altbau. Für Erneuerbare-Heizungen sei das entscheidend, denn sie arbeiten bei einem niedrigen Temperaturniveau oft wesentlich effizienter. Danach biete sich der Anschluss an ein Wärmenetz an, sofern dies vor Ort möglich sei. 

Wärmepumpen immer klimafreundlicher 
Wo es kein Wärmenetz gibt oder geben wird, erlauben zum Beispiel Wärmepumpen eine klimaneutrale Wärmeversorgung. Den überwiegenden Teil der Energie gewinnen die Geräte aus ihrer direkten Umwelt, der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Wer schon heute Wert auf einen besonders CO2-armen Betrieb legt, betreibt die Wärmepumpe so oft es geht mit eigenem Solarstrom. 

Holz, Solarthermie und erneuerbarer Wasserstoff 
Wo es kein Wärmenetz gibt oder geben wird, erlauben zum Beispiel Wärmepumpen eine klimaneutrale Wärmeversorgung. Stückholz- oder Pelletkessel kommen ebenfalls in Betracht, vor allem für Gebäude, die kein Niedertemperaturniveau erreichen können. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist dies häufig die einzige Möglichkeit, ohne gut gedämmte Gebäudehülle annähernd klimaneutral zu heizen. Thermische Solaranlagen sind eine gute Ergänzung. Anlagen zur Warmwasserbereitung erzeugen im Jahresdurchschnitt rund zwei Drittel der dafür benötigten Wärme. Die Heizung wird dann im Sommerhalbjahr komplett abgeschaltet. Mikro-Blockheizkraftwerke mit Brennstoffzellen zur Erzeugung von Strom und Wärme seien auch denkbar, so die Berater von Zukunft Altbau. Sie erzeugten sehr effizient Energie, seien aber vergleichsweise kostenintensiv und für ihren Betrieb sei Erdgas nötig.


20. Oktober

EEG-Umlage sinkt, die Strompreise nicht

Die Übertragungsnetzbetreiber gaben die Höhe der EEG-Umlage für 2022 bekannt: Sie sinkt von 6,5 Cent auf 3,723 Cent je Kilowattstunde.

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Die gesunkene EEG-Umlage sei eine gute Nachricht, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin. Das gelte insbesondere vor dem Hintergrund der stark steigenden Beschaffungskosten für Strom an den Großhandelsmärkten. 

BDEW: Erneuerbare aus- und Bürokratie abbauen 
Die gesunkene EEG-Umlage dürfe aber nicht davon ablenken, dass die neue Bundesregierung als eine ihrer ersten Amtshandlungen die komplette Abschaffung der EEG-Umlage in der kommenden Legislaturperiode beschließen sollte. Das würde Stromkundinnen und Stromkunden und nicht zuletzt den Mittelstand dauerhaft entlasten, so der BDEW. Zugleich würde grüner Strom auch im Verkehrssektor und im Wärmemarkt wettbewerbsfähiger, der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft würde unterstützt und Bürokratie spürbar abgebaut. Um die Energiekosten langfristig zu senken, brauche man zudem einen schnellen und konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die EU und die neue deutsche Regierungskoalition sollten darum die Umsetzung des European Green Deal konsequent weiterverfolgen. 

Strompreise steigen trotzdem 
Dass die Stromkosten trotz gesunkener EEG-Umlage eher nicht sinken, liegt zum einen daran, dass momentan die Beschaffungskosten steigen, die die Energieversorger für Strom bezahlen. In den vergangenen Jahren seien die Strom-Beschaffungskosten vergleichsweise konstant, seit Anfang 2021 haben sie bei der langfristigen Beschaffung annähernd verdoppelt, bei der kurzfristigen Beschaffung sogar fast verdreifacht, erklärte der BDEW. Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der fast 1.400 Stromlieferanten in Deutschland ließen sich jedoch keine allgemeinen Aussagen über die Entwicklung der Strompreise treffen. Zum anderen verteuert sich die Netzumlage, mit der der Ausbau der Stromleitungen finanziert wird.


13. Oktober

Erneuerbare: 43 Prozent Anteil an Stromerzeugung 

Erneuerbare haben rund 43 Prozent des Bruttostromverbrauchs in den ersten drei Quartalen 2021 gedeckt. Das zeigen vorläufige Berechnungen.

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Vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen, dass Erneuerbare rund 43 Prozent des Bruttostromverbrauchs in den ersten drei Quartalen 2021 gedeckt haben. Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch mit 48 Prozent um 5 Prozent höher als in diesem Jahr. Das sei allerdings von einem ungewöhnlich windreichen ersten Quartal 2020 und einen durch die Corona-Einschränkungen deutlich niedrigeren Stromverbrauch geprägt gewesen, hieß es. 

Weniger Wind, mehr Sonne 
Einen merklichen Rückgang hat es in den ersten drei Quartalen 2021 bei der Stromerzeugung aus Windenergie an Land gegeben, weil diese deutlich windärmer waren als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Juni 2021 erzeugten Windenergieanlagen an Land lediglich 3,4 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom, das ist der niedrigste Monatswert seit August 2015. Viel Sonne und der kontinuierliche Ausbau von PV-Anlagen haben im Juni hingegen dazu geführt, dass 7,8 Milliarden kWh Sonnenstrom erzeugt wurden – elf Prozent mehr als im bislang stärksten Monat, dem Juni 2019, mit sieben Milliarden kWh. Im restlichen Jahr bewegte sich die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen auf einem durchschnittlichen Niveau. 

Energiewende extrem wichtig 
Die Energiewende müsse ganz oben auf der To-Do-Liste der neuen Bundesregierung stehen, so der BDEW. Das bedeute mehr Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau, insbesondere bei der Windenergie an Land, zudem müssten Hemmnisse wie langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen und uneinheitliche Regelungen im Artenschutz dringend aus dem Weg geräumt werden. Auch müsse die Entwicklung von Speichertechnologien vorangetrieben und in regelbare gesicherte Kraftwerksleistung auf Basis von Gas investiert werden. Der ZSW gab zu bedenken, dass man auch bei der Stromeffizienz sehr viel schneller vorankommen müsse, um das ambitionierte Klimaschutzziel von 65 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen gegenüber 1990 bis zum Jahr 2030 zu erreichen.


6. Oktober

E-Mobilität: Ein Viertel der Deutschen will umsteigen

Immer mehr Menschen wollen künftig auf ein E-Auto umsteigen. Außerdem sinkt die Zahl derer, die Reichweite und Lademöglichkeiten als Hürden anführen.

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22 % der Deutschen gehen davon aus, dass ihr nächstes Auto ein Elektrofahrzeug sein wird. Bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 27 %. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage vom Beratungshaus BearingPoint, bei der insgesamt 2.038 Personen in Deutschland befragt wurden. Laut der Berater spiegelt das steigende Kaufinteresse der Bevölkerung die anhaltende Kommunikation zum Thema E-Mobilität seitens Politik, Herstellern und Medien wider. Das Kaufinteresse bestehe mittlerweile selbst bei Autofahrern, die bislang keine Erfahrung im Umgang mit E-Fahrzeugen hätten. So geben lediglich 18 % der Befragten an, bereits mit einem E-Auto gefahren zu sein, 22 % wollen dagegen künftig elektrisch unterwegs sein. Bei der letzten Umfrage im Februar 2021 lag dieser Anteil noch bei 18 %. 

Gründe für ein E-Auto 
Gefragt nach den Hauptgründen für den Kauf eines E-Mobils nennen 48 % ökologische Aspekte, 12 % hoffen auf steuerliche Ersparnisse, weitere 12 % nennen die vergleichsweise geringen Unterhaltskosten. Weitere Kaufgründe sind der Innovationsgeist mit 9 %, das Fahrverhalten mit 6 % und der geringe Service-Aufwand mit ebenfalls 6 %. Mit Blick auf die bevorzugten Automarken liegt der Volkswagen-Konzern vorne: So schneiden Elektrofahrzeuge von VW, Skoda und Seat laut Bearing Point bei 39 % am besten ab. Jeweils 20 % würden ein Modell der Marken BMW, Audi und Tesla in Betracht ziehen. 

Gründe gegen ein E-Auto 
Hoher Anschaffungspreis, geringe Reichweite, unzureichende Lademöglichkeiten ? die Gründe, die gegen die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges sprechen, haben sich seit Februar nicht geändert. Allerdings hat die Anzahl derer, die die Reichweite (22 %) und die Lademöglichkeiten (19 %) als Hürden sehen, signifikant abgenommen. Gleichbleibend hoch ist mit 29 % der Anteil derer, denen die Anschaffung eines E-Autos nach wie vor zu teuer ist.


29. September

Bio-Batterie aus der Schweiz

Der Speicher, den die schweizerische Empa entwickelt hat, lässt sich nach Gebrauch ganz einfach kompostieren.

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Schweizerische Forscher von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa haben eine biologisch abbaubare Batterie aus Kohlenstoff, Zellulose, Glycerin und Kochsalz entwickelt. Um aus diesen Zutaten einen funktionierenden Superkondensator zu bauen, braucht es vier Schichten, die alle nacheinander aus dem 3D-Drucker fließen: eine flexible Folie, eine stromleitende Schicht, dann die Elektrode und zum Schluss der Elektrolyt. Das Ganze wird im Anschluss wie ein Sandwich zusammengefaltet, wobei der Elektrolyten in der Mitte des Sandwiches steckt. 

Batterie wird auf dem Kompost entsorgt 
Aus diesen Komponenten entsteht mittels 3-D-Drucker ein Mini-Kondensator, der Tausende Lade- und Entladezyklen übersteht. Der Mini-Kondensator aus dem Empa-Labor kann über Stunden Strom speichern und schon jetzt eine kleine Digitaluhr antreiben. 

Künftig könnte die Bio-Batterie Strom für Sensoren und andere Kleinstgeräte liefern. Das Besondere: Nach getaner Arbeit lässt sie sich einfach auf dem Kompost entsorgen und ist innerhalb von zwei Monaten nahezu vollständig abgebaut. 


22. September

Island speichert CO2 unterirdisch

Die weltweit größte Anlage zur Abscheidung von CO2 direkt aus der Luft ging am 15. September in Island in den regulären Betrieb.

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Die Anlage zur Direct Air Capture (DAC) von CO2 soll nicht nur jährlich 4.000 Tonnen CO2 aus der Luft extrahieren, sondern das abgeschiedene Klimagas auch dauerhaft im Felsboden speichern. Orca – so der Name der Anlage, der auf dem isländischen Wort für Energie basiert – arbeitet mit der DAC-Technologie des schweizerischen Unternehmens Climeworks. Zu den Investoren gehört auch die Ingolstädter Audi AG.

So funktioniert die Technologie 
Für eine CO2-Abscheidung aus der Atmosphäre wird zunächst Luft mit Ventilatoren über ein Absorptionsmittel geleitet. Dieses bindet CO2 so lange, bis wie es das Mittel aufnehmen kann. Dann wird im sogenannten Desorptions-Schritt das CO2 wieder von dem Absorptionsmittel gelöst. Dann wird das abgeschiedene und hochkonzentrierte CO2 mit Wasser vermischt und unterirdisch verpresst. Dort im Basaltgestein mineralisiert es innerhalb weniger Jahre und kann so langfristig gespeichert werden. 

Anlage wird mit Ökostrom betrieben 
Den Strom für die Ventilatoren und Wärme für den Desorptionsprozess bekommt Orca von einer benachbarten Geothermieanlage. Die Größe der Anlage zeigt das Problem mit der Technologie. So beträgt der aktuelle jährliche CO2-Ausstoß der Menschheit laut der Internationalen Energieagentur etwa 31,5 Milliarden Tonnen CO2. Studien gehen davon aus, dass zur Erreichung der Pariser Klimaziele bis Mitte des Jahrhunderts jährlich etwa 10 Milliarden Tonnen des Klimagases aus der Luft abgeschieden werden müssten.


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