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Energienews

8. Juni

Wie klingt das E-Auto in Zukunft?

Bis Tempo 20  fühlt sich der Fahrer des voll elektrifizierten VW ID.3 wie am Steuer eines Raumschiffs. Ein Tritt aufs Pedal genügt, und es entfaltet sich ein Sound, bei dem Star Wars-Held Han Solo in seinem „Rasenden Falken“ vor Neid erblassen würde.

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Für Fahrer von Elektroautos ein völlig neues Klangerlebnis. Bislang gaben E-Mobile von sich aus so gut wie keine Töne von sich. Statt dem dröhnenden Motorengeräusch eines Benziners oder dem Nageln eines Diesels hörte man von den Stromflitzern nur ein leises Surren. Was lärmgeplagte Städter freut, kann für sehbehinderte Fußgänger, Ältere oder Kinder zum Problem werden. Um sie zu schützen, hat die EU eine Verordnung erlassen: Seit 1. Juli 2021 müssen alle neuen E-Mobile, Hybrid- oder Wasserstofffahrzeuge bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern und beim Rückwärtsfahren künstliche Warntöne abgeben. Danach verrät das Abrollgeräusch der Reifen den Wagen. Unter der Motorhaube versteckte Lautsprecher erzeugen den E-Auto-Sound. 

Hollywood-Touch für Stromer 
Die Töne müssen zwischen 56 und 75 Dezibel laut sein. Außerdem schreibt der Gesetzgeber vor, dass die Geräusche Hinweise aufs Fahrverhalten geben und dem eines Verbrenners der gleichen Klasse ähneln sollen. Sonst aber genießen die Autohersteller alle Freiheiten. Schon seit Jahren tüfteln ihre Sounddesigner in Labors oder Studios am Klang der automobilen Zukunft. Um für die jeweilige Marke einen unverwechselbaren Sound zu kreieren, setzen die großen Hersteller auch auf prominente Experten. Den VW ID.3-Sound entwickelte Leslie Mandoki, Produzent und ehemaliges Mitglied der Schlagerpop-Band „Dschingis Khan“. BMW vertraute auf die Talente des Filmkomponisten Hans Zimmer. Gemeinsam mit Renzo Vitale, dem Creative Director Sound beim Hersteller, komponierte Zimmer in rund sechs Monaten eine neue „Automelodie“: ein kühl wirkender Elektrosound zwischen startendem Düsenjet und Raumschiff Enterprise. Während Audi für den e-tron GT einen Farbtonkasten mit 32 Spuren anrührte, entschieden sich die Soundtüftler bei Mercedes für maßvolle Zurückhaltung: Ihr Klang orientiert sich an bereits vorhandenen E-Auto-Geräuschen. 

Kein Geräusch-Tuning 
Alle Tonexperimentierer standen anfangs vor den gleichen Schwierigkeiten: Wie klingt etwas, das es noch nicht gibt? Der Ton sollte mehr als ein reines Infomerkmal sein. Dann würden kurze Piep- oder Pfeiftöne ausreichen. „Gerade für die Zielgruppe von sportlichen Modellen ist Sound eines der wichtigsten Merkmale des Fahrerlebnisses“, sagt BMW-Experte Renzo Vitale auf Spiegel Online. 

E-Autofahrern, die sich einen anderen Ton wünschen als werkseitig vorgegeben, schob die EU allerdings einen Riegel vor. Ein „Geräusch-Tuning“ soll es nicht geben. Dinge wie eine Boombox, die Tesla für Kunden in den USA anbietet und mit der der Sound nach Wunsch variiert werden kann, sind in Europa nicht zugelassen. Allerdings werden die Fahrer wohl künftig zwischen verschiedenen Klängen entscheiden können: Beim Renault Zoe haben sie schon heute die Wahl zwischen Voice Glam, Voice Pure oder Voice Sport. 

Am Ende bleibt allen E-Autofahrern wohl nur das Vertrauen, dass die Soundentwickler schon wissen, wie die Zukunft auf deutschen Straßen zu klingen hat. Eins steht aber jetzt schon fest: Sie wird um einiges ruhiger.


1. Juni

So geht Essen  Retten

Ein Drittel aller Lebensmittel in Deutschland landet im Müll. Dabei lassen sich Reste oft weiterverwenden – mithilfe von Apps und Online-Portalen.

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Übrig gebliebene Lebensmittel weitergeben
Ungenutzte Lebensmittel weitergeben statt wegschmeißen – das ist die Idee von Foodsharing. Ob Supermarkt oder Privatperson: Wer Nahrungsmittel übrig hat, trägt sie im Internet auf einer Karte ein. Die „Essenskörbe“ können andere Foodsharer dann kostenlos abholen.

Überschüssiges Essen ­kostengünstig anbieten
Unverkaufte Brote, Buffetreste, liegen gebliebene Frischwaren, vorbereitete, aber nicht bestellte Gerichte: In Bäckereien, Hotels, Supermärkten und Restaurants stapeln sich überschüssige Nahrungsmittel und Mahlzeiten in bester Qualität. Über die Plattform „Too Good To Go“ kann man die kulinarischen Reste zu vergünstigten Preisen reservieren und mit nach Hause nehmen.

Aus Resten Leckeres kochen
Was ergeben ein paar Pilze, Kartoffeln, drei Eier und eine Zucchini? Im Idealfall eine leckere Mahlzeit. Damit dies gelingt, bieten verschiedene Apps und Portale eine Rezeptsuche nach Zutaten für die kreative Resteküche an. Zum Beispiel die App „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, kostenlos im AppStore und bei GooglePlay erhältlich.


25. Mai

Schwamm drüber – Blitzblank ohne Chemie

Wenn Streifen und Schlieren das Glas verschmutzen, wird’s Zeit zum Fensterputzen. Die richtige Technik und Ausrüstung sorgen im Handumdrehen für eine klare Sicht.

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Die Richtigen Putzmittel 
Das beste Mittel gegen verdreckte ­Fenster ist warmes Wasser mit einem Spritzer Geschirrspülmittel. Die Menge richtet sich nach dem Schmutz auf der Scheibe, vor allem an der Außenseite des Fensters. Ein Schuss Essig löst zuverlässig die Kalkablagerungen, zusätzlich ein Tropfen Spiritus im Putzwasser lässt die Scheiben schnell und streifenfrei trocknen. Bei Minusgraden verhindert Frostschutzmittel, dass das Wasser beim Putzen an der Scheibe gefriert. Übrigens: Bei direkter Sonneneinstrahlung bringt auch das beste Putzmittel nichts. Dann verdunstet das Wasser zu schnell und bildet unschöne Schlieren auf der Scheibe. 

Die ideale Ausrüstung 
Neben Eimer und Schwamm einen Handbesen für den groben Schmutz, ein fusselfreies Geschirrtuch und einen Abzieher zum Trocknen bereitlegen. Zusätzlich bietet sich noch ein Mikrofasertuch oder ein saugfähiges Fensterleder zum abschließenden Polieren der Scheiben an. Früher wurde oft zu Zeitungspapier als Mittel der Wahl geraten, heute gibt es bessere Lösungen. Denn die Druckerschwärze kann die Fensterrahmen verfärben. Bevor es losgeht, noch schnell die Fensterbretter freiräumen und den Fußboden mit einem alten Handtuch abdecken – dann sind Teppich oder Parkett gut vor der Nässe geschützt. 

Die perfekte Technik 
Vor der Scheibe den Fenster­rahmen und das Fensterbrett putzen, damit der Schmutz nicht aufs Glas gelangt. Mit einem Handbesen Blätter und Spinnweben entfernen, alles feucht abwischen und mit dem Geschirrtuch trocknen. Anschließend mit Schwamm und Putzwasser die Scheibe in kreisenden Bewegungen von oben nach unten und von innen nach außen gründlich reinigen. Dann mit dem Abzieher das Putzwasser in waagerechten Bahnen ­entfernen. Nach jeder Bahn die Gummi­lippen des Abziehers mit einem fusselfreien Tuch abwischen. Zu guter Letzt polieren.


18. Mai

Wundermittel Wasserstoff

Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft, um die Klimaziele zu erreichen. Das flüchtige Gas beheizt Häuser, treibt Flugzeuge, Schiffe oder Laster an und dient als Brennstoff in der Industrie. Doch klimaneutral erzeugter Wasserstoff ist noch rar. Wo sollte er am besten eingesetzt werden?

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Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden – mithilfe von Wasserstoff. Das vielfältig einsetzbare Gas kann sich zum zentralen Baustein auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft entwickeln – vorausgesetzt, der zur Produktion des Wasserstoffs verwendete Strom stammt aus erneuerbaren Energien. Die Bundesregierung setzt daher vor allem auf sogenannten grünen, also CO2-frei erzeugten Wasserstoff, um die Klimaziele zu erreichen.

Der Bedarf ist riesig: Bis 2030 sollen die Elektrolyse-Kapazitäten für grünen Wasserstoff im Vergleich zu heute bundesweit auf fünf Gigawatt steigen. Noch aber wird der meiste Wasserstoff aus Erdgas erzeugt, einem fossilen Brennstoff, bei dessen Verarbeitung unter anderem CO2 entsteht, das für einen großen Teil der Erderwärmung verantwortlich ist. Solange die Energiewende stockt, ist grüner Wasserstoff rar. Umso wichtiger ist es, ihn gezielt dort einzusetzen, wo er die effizienteste und kostengünstigste Option darstellt. Ein Überblick über die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten.

Gebäude
Zum Heizen von Wohnhäusern gibt es effizientere Varianten als Wasserstoff (H2), etwa Wärmepumpen, die mit Ökostrom betrieben werden. Allerdings eignen sie sich nicht für jedes Grundstück. Eigenheimbesitzer, die ihre bestehende Erdgasheizung weiterverwenden wollen, haben auch die Option, diese umzurüsten: Mit kleineren Anpassungsarbeiten kommen neuere Heizungen problemlos auch mit einem Erdgas-/Wasserstoffgemisch klar. Erdgas kann schon heute bis zu 20 Prozent Wasserstoff beigemengt werden. Handelt es sich um „grünen Wasserstoff“, sinkt der CO2-Ausstoß entsprechend.

Autos, LKW und Busse
BMW testete schon in den 1990er-Jahren Fahrzeuge, die dank modifizierter Motoren direkt Wasserstoff verbrennen konnten. Zudem konstruierten mehrere Hersteller Wasserstoffautos mit Brennstoffzelle. Letztlich scheiterten diese Entwicklungen an der fehlenden Kraftstoff-Infrastruktur. Derzeit herrscht in der Autobranche weitgehend Einigkeit, dass Batteriefahrzeuge aktuell der bessere Weg sind als Wasserstoff-Mobile, unter anderem wegen ihrer Energiebilanz. Wenn aber genügend umweltfreundlich erzeugter Wasserstoff verfügbar ist, könnten auch Wagen mit Brennstoffzelle wieder ins Spiel kommen.

Für Lkw und Busse könnten Brennstoffzellen eine nachhaltige Alternative zum Diesel sein. MAN schickt schon erste Versuchsmodelle mit Wasserstoff auf die Straße, die mit einer Tankfüllung rund 800 Kilometer weit kommen sollen. Die gesamte Logistik-Branche ist im Aufbruch: Mehr als 60 Unternehmen – Hersteller, Zulieferer, Speditionen und Energieversorger – arbeiten zusammen, um Wasserstofflösungen im Schwerlastverkehr anzuschieben. Bis 2030 sollen in Europa über 100 000 Wasserstoff-Lkw unterwegs sein und an 1500 Tankstellen umweltfreundlichen Treibstoff tanken.

Züge
Hätten Sie es gewusst? Nur rund 60 Prozent der deutschen Eisenbahnstrecken sind elektrifiziert. Auf dem Rest geht’s mit Dieselloks voran. Das soll sich ändern. Von 2018 bis 2020 wurden zwischen Cuxhaven und Buxtehude zwei Regionalzüge mit Wasserstoffantrieb getestet. 2022 sollen sogar 14 Wasserstoffzüge auf der 100 Kilometer langen Strecke im Linienbetrieb fahren. In Hessen gehen dieses Jahr 27 Züge der gleichen Flotte in regulären Betrieb. Ihr Treibstoff kommt aus dem Industriepark Hoechst bei Frankfurt. Der Wasserstoff fällt dort als Abfall an.

Flugzeuge
Wasserstoff statt Kerosin – diesen Ansatz verfolgt zum Beispiel Airbus mit dem Konzept „Zero E“. Bis 2035 will der europäische Flugzeugbauer Maschinen mit unterschiedlichen Antriebskonzepten auf den Markt bringen. Wohl am weitesten sind Planungen für ein Turbopropmodell – ein Propellerflugzeug für bis zu 100 Passagiere. Nicht weniger als sechs Gondeln sollen unter den Tragflächen des Fliegers hängen: jeweils mit Elektromotor, Propeller, Brennstoffzelle, Wasserstofftank und Elektronik. Größere Wasserstoffmodelle will Airbus mit Mantelstrom-Düsentriebwerken ausstatten. Batterien kommen zum Speichern der Antriebsenergie von Flugzeugen derzeit nicht in Betracht – sie sind einfach zu schwer.

Schiffe
Auch auf hoher See und in der Binnenschifffahrt tut sich was: In Kürze wird auf der Seine bei Paris ein Frachtschiff mit Wasserstoffantrieb starten. Und 2027 soll zwischen Kopenhagen und Oslo eine wasserstoffbetriebene Fähre bis zu 1800 Passagiere, 380 Autos und 120 Lkw befördern: Die Europa Seaways wäre damit die weltweit größte, mit Wasserstoff betriebene Fähre. Sie soll ausschließlich mit grünem Wasserstoff bewegt werden und so rund 64 000 Tonnen CO2 sparen.

Industrie
Die chemische Industrie verbraucht bundesweit heute schon pro Jahr 12,5 Milliarden Kubikmeter Wasserstoff. Bis 2050 soll der Bedarf auf das Sechsfache steigen. Große Hoffnungen setzen auch Zement- und Stahlindustrie auf das leichte Gas, um die Produktion klimaneutral zu gestalten und auf Erdgas und Kohle zu verzichten. Rein technisch lassen sich die Aufgaben lösen. Um aber genügend klimaneutralen Wasserstoff zu erzeugen, sind hohe Investitionen in erneuerbare Energien nötig. Für den Transport des Wasserstoffs könnte das bestehende Gasnetz genutzt werden.


11. Mai

Wohlige Wärme mit einer Hybridheizung

Das Heizen mit fossilen Energieträgern wird teurer. Der Einbau einer Erdgas-Brennwertheizung kann trotzdem weiterhin sinnvoll sein – vor allem im Altbau und in Kombination mit erneuerbaren Energien.

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Mit dem Klimaschutzgesetz 2021 will die Bundesregierung den CO2-Ausstoß drastisch senken. Um das zu erreichen, wurden im Klimapaket Preise für CO2-Emissionen festgelegt. Sie sollen einen Anreiz darstellen, dass Hauseigentümer möglichst rasch auf effizientere Heizungen umrüsten – und dabei auch erneuerbare Energien nutzen. Da Erdgasheizungen Kohlendioxid ausstoßen, müssen seit 1. Januar 2021 neben den Brennstoffkosten für jede Tonne Treibhausgas zusätzlich 25 Euro CO2-Abgabe bezahlt werden. Ab 1. Januar 2022 sind es 30 Euro, bis 2025 steigt der Preis stufenweise auf  55 Euro pro Tonne. 

Für einen vierköpfigen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden bedeutet das 2022 Mehrkosten von etwa 132 Euro, in 2025 dann 242 Euro Zusatzbelastung. Trotzdem kann sich auch weiterhin der Einbau einer Erdgas-Brennwertheizung lohnen. 

Effizienz senkt Kosten 
Je älter eine Heizung ist, umso höher ist der Verbrauch. Alte Kessel sind in deutschen Kellern immer noch in der Mehrzahl. Über die Hälfte aller Heizanlagen haben schon 20 Jahre und mehr auf dem Buckel. Hier gibt es für Hauseigentümer viel Spielraum, um langfristig ihre Heizkosten zu verringern. Denn wer eine herkömmliche Heizung auf Gasbrennwert umrüstet, senkt den Verbrauch von Primärenergie, also Gas, um bis zu 30 Prozent. Dadurch lässt sich trotz CO2-Abgabe auf Dauer eine Menge Geld sparen. 

Außerdem liegt in Heizungsmodernisierungen ein riesiges Potenzial, um die Treibhausemissionen zu verringern. Das hat die Politik erkannt und fördert den Umstieg auf CO2-arme Heizsysteme mit großzügig ausgestatteten Förderprogrammen. Voraussetzung ist allerdings, dass dabei auch ein gewisser Anteil an erneuerbaren Energien genutzt wird. Gasbrennwert-Kessel können hierbei ihre ganze Stärke ausspielen, denn sie lassen sich bestens mit Solarenergie, aber auch mit Wärmepumpen kombinieren.


4. Mai

Dringend gesucht: Ökopower

Was braucht Deutschland, um Elektroautos, Wärmepumpen und die Industrie künftig CO2-frei mit Energie zu versorgen? Mehr Strom aus Sonne und Wind.

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Deutschland ist einer der größten Ökostrom-Produzenten weltweit. 2021 erzeugten erneuerbare Energien rund 240 Terawattstunden Strom – das sind 240 Milliarden Kilowattstunden. Genug, um knapp die Hälfte des Landes mit Ökostrom zu versorgen. Vergleicht man den Weg zur Klimaneutralität jedoch mit einem Hundertmeterlauf, hat die Bundesrepublik erst 25 Meter geschafft. Der größte Teil der Strecke liegt noch vor uns.

Das liegt einerseits daran, dass die Stromversorgung noch nicht zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt ist. Andererseits wird der Stromverbrauch in den nächsten zwei Dekaden stark wachsen, prognostizieren Experten. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) liegt er deutschlandweit zurzeit bei gut 550 Terawattstunden pro Jahr. 2045, im Jahr der Klimaneutralität, schätzt die Denkfabrik Agora Energiewende den Verbrauch auf rund 1000 Terawattstunden. Viermal so viel, wie derzeit an Ökostrom erzeugt wird. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE geht sogar von mindestens 1250 Terawattstunden aus.

E-Autos, Wärmepumpen und grüner Wasserstoff brauchen zusätzlich Ökostrom
„Die Gründe für den steigenden Verbrauch liegen auf der Hand“, sagt Maike Schmidt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg. „Um Klimaneutralität zu erreichen, genügt es nicht, nur die klassischen Stromkonsumenten mit grünem Strom zu versorgen. Es braucht auch eine flächendeckende Elektrifizierung im Verkehrssektor und einen breiten Einsatz von Wärmepumpen in Gebäuden. Für die Stahl-, Chemie- und Zementindustrie und für Brennstoffzellenfahrzeuge wird zudem grüner Wasserstoff benötigt.“

Für 2030 sind laut BDEW rund 15 Millionen Elektro-Pkw, fünf bis sechs Millionen Wärmepumpen und 15 Gigawatt Elektrolysekapazität zur Produktion von Wasserstoff notwendig. Bis 2045 sollen diese Zahlen noch einmal deutlich steigen. Das erfordert große Mengen Strom aus erneuerbaren Energien, um die Klimaziele einzuhalten. Wie viele Terawattstunden es am Ende wirklich sein werden, weiß niemand, daher liegen die Schätzungen auch immer wieder etwas auseinander.


27. April

Je löchriger, desto besser?

Regenwürmer, Asseln, Bärtierchen oder Springschwänze: Sie alle tragen dazu bei, dass der Boden gesund bleibt.

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Forscher aus der Schweiz ließen Unterhosen im Boden vergraben und nach einiger Zeit wieder ausbuddeln. Liefern die von Kleinstlebewesen zerfressenen Baumwoll-Schlüpfer Erkenntnisse über die Bodenqualität? Die Auswertungen laufen.

Zweckentfremdet und eingegraben: 2000 Unterhosen wanderten letztes Jahr in der Schweiz unter die Erde. „Gemeinsam mit der Bevölkerung wollten wir untersuchen, ob sich so herausfinden lässt, wie gesund unsere Böden sind“, erzählt Noemi Peter, Projektmanagerin bei „Beweisstück Unterhose“, das von der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope und der Universität Zürich betreut wird. Für die 1000 Bodensets bewarben sich interessierte Teilnehmer aus der ganzen Schweiz und erhielten unter anderem zwei Unterhosen aus 100 Prozent abbaubarer Biobaumwolle. Ein Stoff, den diverse Mikroorganismen mit Hochgenuss verschlingen. Sind sie zahlreich im Boden vorhanden, bleiben nur der Bund und die Nähte der Schlüpfer übrig, die aus einem synthetischen Material bestehen.

Die Laienforscher vergruben die Unterhosen auf Äckern oder in Beeten. Nach einem vorgegebenen Zeitraum buddelten sie die zersetzten Schlüpfer wieder aus, schickten sie zusammen mit einer Bodenprobe und detaillierten Informationen darüber, wie sie gärtnern oder ihren Boden bewirtschaften, an die Forschungsanstalt zurück. Bis Ende 2022 laufen nun die Auswertungen.

Einfach selber machen – so geht’s
Die Unterhosen-Aktion soll für ein wichtiges Thema sensibilisieren: „Unsere Böden sind stark gefährdet – durch Umweltverschmutzungen, flächendeckende Überbauungen oder eine zu intensive Landwirtschaft“, weiß die Forscherin: „Es ist höchste Zeit, genauer hinzuschauen!“ Und das kann jeder, denn das ungewöhnliche Experiment lässt sich leicht nachmachen: Einfach im Garten ein 30 Zentimeter tiefes, steiles Loch graben und zwei Unterhosen aus Biobaumwolle an den Rand drücken. Anschließend das Loch mit Erde auffüllen und die vergrabenen Schlüpfer jeweils mit einem Stab markieren. Die erste Unterhose nach einem Monat, die zweite nach zwei Monaten wieder ausgraben und trocknen lassen. Mit einer von den Forschern entwickelten Skala können Sie den Abbaugrad einschätzen. Weitere Infos gibt’s unter: www.beweisstueck-unterhose.ch


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