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Energienews

27. Mai

Stromverbrauch durch Corona gesunken

Die Energiebranche ist vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommen. Doch im April fand ein größerer Einbruch des Stromverbrauchs statt.

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Da die Stromerzeugung zur kritischen Infrastruktur zählt, waren die Energiekonzerne gut auf die Krise vorbereitet. Die Energiebranche zählt zu denjenigen, die die Pandemie relativ unbeschadet überstanden haben. Die Zahlen des ersten Quartals zeigen: Die Corona-Pandemie hatte wenig Einfluss auf die Konzerne. 

Deutschlands größter Stromerzeuger RWE legte gestern die Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Diese zeigten, dass die Pandemie das Unternehmen kaum getroffen hat. Ebenso waren die Auswirkungen auf das Geschäft des Energiekonzerns E.ON und des Kraftwerksbetreibers Uniper verhalten. Von den Lock-Down-Maßnahmen betroffen waren lediglich die letzten drei Wochen des Quartals. 

In Deutschland sind vor allem im April Stromerzeugung und Stromverbrauch deutlich zurückgegangen. Laut Bundesnetzagentur lag der Stromverbrauch mehr als 8 Prozent unter dem Verbrauch im April 2019. Primär ist dies auf dem Einbruch der Industrieproduktion zurückzuführen. Da der von der Industrie selbst erzeugte und verbrauchte Strom nicht erfasst ist, kann man davon ausgehen, dass der Rückgang noch höher ausgefallen ist. 

Der gesunkene Stromverbrauch sowie die gestiegene Erzeugung von Ökostrom sorgten unter anderem dafür, dass der Strompreis an der Strombörse stark gesunken ist. Nach Angaben der Stromerzeuger trifft sie das aktuell jedoch nicht, da der Strom teilweise schon vor zwei Jahren zu höheren Preisen auf Termin verkauft wurde.


20. Mai

Rekord-April: 6,9 Milliarden Kilowattstunden Sonnenstrom

Der April 2020 war ungewöhnlich sonnig. Das schlägt sich auch in der Stromerzeugung nieder.

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Photovoltaik-Anlagen haben im April rund 6,9 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom erzeugt – so viel wie noch nie in einem Monat April und auch sonst kaum einem anderen Monat. 

Zum Vergleich: Im April des vergangenen Jahres lag die Erzeugung nur bei 5,6 Mrd. kWh. Selbst im Hochsommermonat Juli 2019 waren es lediglich 6,3 Mrd. kWh. Zu verdanken ist dieser Wert jedoch nicht nur den vielen Sonnenstunden, sondern auch dem Zubau von Photovoltaik-Anlagen. Im vergangenen Jahr sind laut der Bundesnetzagentur 3.864 Megawatt (MW) Erzeugungskapazität hinzugekommen. Damit betrugen die PV-Kapazitäten in Deutschland Ende vergangenen Jahres 49.125 MW. 

Ausbau von PV-Anlagen weiter steigern 
Damit man Sonnenenergie in Zukunft noch besser für die Stromerzeugung nutzen könne, müsse der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen weiter vorangetrieben werden. Die CO2-freie Stromproduktion müsse angesichts der immer sichtbarer werdenden Folgen des Klimawandels deutlich beschleunigt werden, so der BDEW. Aktuell stehe dem jedoch der 52-GW-Deckel für die Photovoltaik-Förderung im Weg. Werden 52 Gigawatt installierte Leistung hierzulande erreicht, endet in der derzeit geltenden EEG-Fassung der Förderanspruch für alle kleinen und mittleren Photovoltaik-Anlagen. Voraussetzung für den weiterhin erfolgreichen Ausbau der Solarenergie in Deutschland sei, dass der 52-GW-Deckel nun endlich abgeschafft werde. Gerade mit Blick auf die aufziehende Wirtschaftskrise brauche es kurzfristig wirksame industriepolitische Impulse, so der BDEW. Ein Stopp der Förderung und ein damit fahrlässig herbeigeführter Ausbaustopp für Photovoltaik würde genau das Gegenteil bewirken.


13. Mai

Deutschland wird immer sonniger

Noch nie hat sich eine Solaranlage so sehr gelohnt, denn in Deutschland scheint die Sonne viel häufiger.

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Solarenergie zu erzeugen wird hierzulande immer attraktiver. In den vergangenen fünf Jahren schien die Sonne an vielen Orten bis zu 100 Stunden mehr pro Jahr als in den fünf Jahren davor. Regional gibt es allerdings Abweichungen. So verzeichnete Düsseldorf im Durchschnitt 128 zusätzliche Sonnenstunden (+ 8,33 Prozent), Erfurt 122 (+ 7,50 Prozent) und Freiburg 104 (+ 5,87 Prozent). Etwas geringer fällt der Zuwachs in Hamburg mit 71 zusätzlichen Sonnenstunden (+ 4,45 Prozent), in München mit 62 (+ 3,39 Prozent) und Berlin mit 46 (+ 2,73 Prozent) aus.


6. Mai

CO2-Emissionen um 40 Prozent gesenkt

Die Minderungsziele aus dem deutschen Energiekonzept sahen bis 2020 eine Reduzierung von 40 Prozent vor. Der BDEW hat nachgerechnet.

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Die Energiewirtschaft hat den CO2-Ausstoß bis Ende vergangenen Jahres gegenüber 1990 um mehr als 40 Prozent gesenkt. Das berechnete der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). „Ein solcher Rückgang der CO2-Emissionen ist beispiellos“, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Keine andere Branche konnte bisher den CO2-Ausstoß so drastisch reduzieren. Zum Vergleich: Im Verkehrssektor sank der CO2-Ausstoß in den vergangenen 30 Jahren um nicht einmal ein Prozent. Auch im Gebäudesektor gibt es noch einiges zu tun. Die Anstrengungen der Energieversorger zeigen indes Wirkung: Die deutsche Energiewirtschaft erreichte das 40-Prozent-Minderungsziel für 2020 bereits ein Jahr früher als geplant.


29. April

Vom Verbraucher zum Stromanbieter

Drei europäische Stromnetzbetreiber wollen mit einer neuen Stromplattform Ihre Netze stabilisieren. Dabei Verbraucher ihren Strom europaweit anbieten.

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Die Energiewende hat die Stromerzeugung komplett umgekrempelt: Früher wurde der Strom zu hunderten von Megawatt in großen Kraftwerken erzeugt und von den Netzbetreibern an die privaten Haushalte weitergeleitet. Um Netzschwankungen zu stabilisieren wurde der Strom von den Kraftwerken bereitgestellt. Heutzutage sinkt der Stellenwert der Großkraftwerke, denn die Stromerzeugung erfolgt dezentral. Rund 1,7 Millionen Photovoltaikanlagen speisen Strom ins deutsche Netz ein. 

Die Energiewende erfordert mehr Flexibilität von Erzeugern und Verbrauchern. Die drei größten europäischen Netzbetreiber Tennet, Swissgrid und Terna haben das erkannt und starten gemeinsam das Projekt „Equigy“. Über die Blockchain-Plattform „Equigy“ sollen künftig Kleinstmengen an Strom von privaten Haushalten gesammelt werden, unabhängig vom geografischen Standort. Die zusätzlichen Kapazitäten sollen genutzt werden um Netzschwankungen auszugleichen und die Systemstabilität zu sichern. Zunächst soll die Plattform in Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Schweiz gestartet werden. Das Projekt steht jedoch weiteren Netzbetreibern offen.


22. April

Erneuerbare Energien decken erstmals mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs

Im ersten Quartal 2020 haben die Erneuerbaren Energien erstmals rund 52 Prozent des Bruttoinlandstromverbrauchs gedeckt.

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Grund dafür ist eine Kombination von Sondereffekten. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). 

Aufgrund einer Kombination aus Sondereffekten wurden mit 52 Prozent über die Hälfte des Bruttoinlandstromverbrauch von Erneuerbaren Energien gedeckt. Auf den „Wind-Rekord“ im Februar folgte der März mit außergewöhnlich vielen Sonnenstunden. Hinzu kam ein Rückgang des Stromverbrauchs um ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies wurde ausgelöst durch eine vergleichsweise schwache Konjunktur sowie einen Rückgang der Industrieproduktion in der letzten Märzwoche aufgrund der Corona-Krise. Der Einspeisevorrang für die Erneuerbaren Energien führte zusammen mit Kraftwerksstilllegungen (Ende 2019) zu einer deutlich reduzierten Einspeisung konventioneller Energien. Die Kombination dieser Faktoren ermöglichte es den Erneuerbaren, in den ersten drei Monaten über die Hälfte des Stromverbrauchs zu decken (im ersten Quartal 2019 waren es 44,4 Prozent gewesen). Angesichts dieser Sondereffekte lässt sich daraus jedoch keine Ableitung für das Gesamtjahr 2020 treffen – zumal das erste Quartal witterungsbedingt regelmäßig eine höhere Erneuerbaren-Quote aufweist. 

Aus welchen Quellen der Strom kommt 
Im ersten Quartal 2020 lag die Bruttostromerzeugung bei fast 158 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) – ein Rückgang von fast sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem es 169 Mrd. kWh waren. Dem stand ein Stromverbrauch von rund 148 Mrd. kWh gegenüber. Insgesamt wurden rund 77 Mrd. kWh Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt, im Vergleichsquartal 2019 waren es noch 67,1 Mrd. kWh gewesen. Davon stammten fast 43 Mrd. kWh aus Wind onshore, gut 11 Mrd. kWh aus Biomasse, 9 Mrd. kWh aus Wind offshore, 7 Mrd. kWh aus Photovoltaik und 5 Mrd. kWh aus Wasserkraft. Der Rest entfiel auf biogene Siedlungsabfälle und Geothermie. Aus konventionellen Energieträgern wurden etwa 81 Mrd. kWh erzeugt. Im Vorjahreszeitraum waren es 101,9 Mrd. kWh. Neben den dargestellten Sondereffekten fällt hier noch ins Gewicht, dass Ende 2019 das Kernkraftwerk Philippsburg 2 mit 1.400 Megawatt (MW) vom Netz gegangen ist und Braunkohlewerke mit 760 MW in die Sicherheitsbereitschaft überführt wurden.


15. April

Studie: Dämmen verbessert Klimabilanz

Eine neue Studie zeigt, die Klimabilanz aller Dämmstoffe für Fassade, Kellerdecke und Dach fällt weitaus besser aus als gedacht.

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Die Ergebnisse zeigten, dass die Dämmstoffe über die Lebensdauer betrachtet mehr Energie und Treibhausgase vermeiden, als ihre Herstellung erfordert. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefährderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. 

 Eine schlecht gedämmte Gebäudehülle gehöre zu den größten ökologischen Versäumnissen, die Hauseigentümern unterlaufen können, so Zukunft Altbau. Denn auch ambitioniertere Dämmstandards als der Gesetzgeber fordert, lohnen sich für das Klima, zeigt die Studie vom Institut für Energie‐ und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und dem Verein Natureplus. Bewertet haben die Forscher auch, wie gut die jeweilige Ökobilanz der verschiedenen Dämmstoffe ist. 

Für die Produktion von Dämmstoffen braucht die Baustoffindustrie Energie – egal, ob für mineralische Stoffe wie Glas‐ und Steinwolle oder für Dämmmaterialien aus Kunststoffen wie etwa expandiertes Polystyrol, auch bekannt als Styropor. Diese konventionellen Dämmmaterialien decken rund 90 Prozent des Marktes ab. Doch auch die Produktion von nachwachsenden Dämmstoffen wie Hanf, Flachs oder Holzfasern erfordert Energie. Da hier die Sonne einen Teil der Arbeit übernimmt, ist der Energieaufwand jedoch in vielen Fällen etwas geringer. 

Auch konventionelle Dämmstoffe gut 
Dass die Ökobilanz auch bei den oft kritisierten konventionellen Dämmstoffen sehr gut ist, zeigen die neuen Zahlen eindeutig: Im Schnitt vergeht nur gut ein Jahr, bis sich die Dämmung eines sanierten Altbaus energetisch amortisiert hat, ermittelten die Forscher anhand eines Beispielhauses im KfW‐Effizienzhaus‐Standard 55. Danach ist die Dämmung meist noch 40 Jahre oder mehr intakt und spart weiter Heizenergie ein. Gegenüber einem Neubau mit energetischem Mindeststandard braucht es – je nach Dämmstoff und Heizungstechnologie – fünf bis zehn Jahre, bis sich die dickere Dämmung des KfW‐55‐Hauses energetisch rechnet. Selbst der noch bessere KfW‐40‐Standard bringt Vorteile mit sich: Hier rechnet sich die Dämmung im Vergleich zum nicht gedämmten Altbau nach bis zu drei Jahren und im Vergleich zum Neubaustandard nach immerhin sieben bis 18 Jahren. Aus ökologischer Sicht sind umfangreiche Maßnahmen zur Gebäudedämmung im Rahmen der gängigen baulichen 
Praxis daher immer sinnvoll. 

Weniger Energieaufwand, mehr Recycling 
Aktuell schneiden laut ifeu‐Studie die Holzfaser‐Einblasdämmung sowie Hanf‐ und Jutematten am besten ab, was den Herstellungsaufwand und die Entsorgungslasten angeht. Auf dem zweiten Platz folgen Zellulose‐Einblasdämmstoffe gemeinsam mit Holzfasermatten und Polystyrol‐Platten, die heute ohne das gesundheitsschädliche Brandschutzmittel HBCD hergestellt werden. Auf dem dritten Rang liegen die meisten übrigen Dämmstoffe in Platten- und Mattenform. Dazu gehören unter anderem Glaswolle‐Matten, Steinwolle‐ und Mineralschaumplatten. Nicht ganz so gut schneiden nass produzierte Holzfaser‐ und Schaumglasplatten ab – sie benötigen viel Energie bei der Herstellung. Damit die Ökobilanz der Dämmstoffe noch besser wird, ist neben einer energieeffizienten Produktion ein möglichst stoffliches Recycling erforderlich, so die Studie. Der Einstieg in eine Kreislaufwirtschaft ist aber nicht nur für Polystyrol & Co. sinnvoll. Wollen Dämmmaterialien aus Naturbaustoffen wie Jute oder Hanf ihren Vorsprung behalten, müssen auch bei ihnen Verbesserungen beim Recycling erzielt werden. Aktuell werden diese nämlich noch – wie viele andere Dämmstoffe auch – in Müllverbrennungsanlagen verbrannt.


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