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Energie im Paket

In 80 Stunden nach Oerlinghausen: Mit der Fähre über den Ärmelkanal, dann weiter per Tieflader – das neue Gasturbinen-Package aus England hat einen langen Weg hinter sich. Die Stadtwerke bauen damit die Eigenerzeugung von Strom und die Kraft-Wärme-Kopplung weiter aus.

An einem späten Nachmittag Ende letzten Jahres, einem nasskalten Montag, traf es in der Oerlinghauser Südstadt ein: das neue Gasturbinen-Package vom englischen Hersteller Centrax. Geliefert aus Exeter in der Grafschaft Devon, dauerte seine Reise per Tieflader und Fähre rund 80 Stunden, bis es seinen Bestimmungsort im Lipperland erreichte. Ein Jahr nach dem Ausfall der alten Turbine erhalten die vorhandenen Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen im Heizkraftwerk nun wieder Verstärkung. Rund 2,6 Millionen Euro investieren die Stadtwerke Oerlinghausen in dieses Aggregat mit einer elektrischen Leistung von fünf Megawatt (MW) und einer Wärme-Leistung von neun MW. Ein überzeugender Beweis, dass die Stadtwerke in Zukunft weiter auf Stromeigenerzeugung und Kraft-Wärme-Kopplung setzen.

Gerüstet für künftige Grenzwerte

Auf Bekanntes und Bewährtes zurückzugreifen, hat seine Vorteile. So konnte die neue Turbine relativ schnell und ohne große Umbauten in das bestehende Werk integriert werden, da ja die entsprechende Infrastruktur bereits komplett vorhanden war. Dazu gehört der Abgaswärmetauscher einschließlich Kamin, die Gas-Brennstoffzufuhr und, ganz wichtig, auch das langjährige Know-how der Mitarbeiter. Die bestehende Genehmigung der Bezirksregierung Detmold zum Betrieb einer Gasturbinenanlage hat nach wie vor unbefristete Gültigkeit, eine langwierige Neugenehmigung entfällt deshalb. „Ganz nebenbei“ hilft die neue Kraft-Wärme-Kopplungs-Einheit auch noch, die verschärften Emissionsgrenzwerte der TA Luft einzuhalten, die am 1. Oktober 2012 in Kraft treten werden.

Mit der neuen Gasturbine können auch zusätzliche Erlöse erzielt werden. Möglich macht dies die sogenannte „Minutenreserve“: Darunter ist die schnelle Bereitstellung von elektrischer Energie zu verstehen, um Schwankungen bei der Stromversorgung auszugleichen. Die neue Gasturbine ist dazu in der Lage. Sie wird daher auch im Sommerhalbjahr betriebsbereit gehalten, um ihre elektrische Leistung als verfügbare Kurzzeitreserve auf dem Energiemarkt anbieten zu können. Im Fall einer Unterproduktion von Strom – zum Beispiel weil Windkraftanlagen zu wenig Leistung ins Netz einspeisen – erfolgt ein Aufruf, und die angebotene elektrische Leistung muss innerhalb der nächsten Viertelstunde zur Verfügung stehen. So lässt sich mit der neuen Anlage ein weiteres Geschäftsfeld erschließen.

Neben dem Wärtsilä-Gasmotor und dem Holzheizkraftwerk trägt die neue Gasturbine wesentlich zum Erhalt der hohen Versorgungssicherheit bei. Sie sichert Arbeitsplätze im Unternehmen Stadtwerke und reduziert den CO2-Ausstoß um bis zu 10.000 Tonnen pro Jahr.

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